Mittwoch, 15. Februar 2017

{Gelesen} Die tote Stunde von Denise Mina

Wieder ein spannendes Buch, welches mir wirklich gut gefallen hat.

Wir befinden uns in den 1980ern und begleiten eine junge Jouralistin in ihrer Nachtschicht. Paddy arbeitet in der Nachtschicht für eine Zeitung. Als sie in der Nacht der Polizei folgt, die zu einer häuslichen Gewalt gerufen wurde sieht sie die arme Frau, die offensichtlich misshandelt wurde. Da die Polizei von einem Mann abgewiesen wird und die Misshandelte auch nichts weiter dazu zu sagen hat, gehen die Polizisten unverrichteter Dinge. Als Paddy an der Tür erscheint, gibt ihr der Mann einen 50 Pfund Schein und schließt die Tür.

Paddy beschließt dennoch über den Fall zu schreiben. Doch am nächsten Tag wird die Frau tot vorgefunden. Sie wurde fürchterlich gefoltert und ist in dem Haus verstorben zu dem die Polizei gerufen wurde. Paddy beschließt zur Polizei zu gehen und erzählt schließlich auch von dem 50 Pfund Schein, obwohl sie das Geld mehr als gebrauchen könnte. Sie muss ihre Familie praktisch selbst erhalten. Die Familie wohnt zusammen in einem Haus und sie teilt sich ihr Zimmer mit ihrer Schwester, dann möchte der Bruder auch den Füherschein machen und es fehlt an allen Ecken und Enden. Paddy ist zudem noch übergewichtig und unsicher und hat eigentlich genug Probleme mit sich selbst.

Die Tote war eine Anwältin und als ein Toter im Fluß gefunden wird, der ebenfalls Anwalt war, auch bei Amnesty International gearbeitet hat und zudem noch der Ex-Freund der Toten war, so beginnt Paddy nachzuforschen. Für die Polizei ist der Tote im Fluß der Mörder, der Selbstmord begangen hat. Doch Paddy weiß, dass dies nicht der Mann war, der ihr den 50 Pfund Schein in die Hand gedrückt hat, doch warum behaupten die Polizisten das war der Mann der ihnen die Tür geöffnet hat und warum hat der Tote Verletzungen im Gesicht? Geht es hierbei um Polizei Korruption oder schlimmeres?

Parallel gibt es auch noch eine Geschichte mit der drogensüchtigen Kate, die ein Päckchen Kokain hat und auch in Schwierigkeiten steckt. Auch sie hat natürlich mit der Sache der toten Frau zu tun, doch es dauert bis es die ersten Berührungspunkte mit Paddy gibt. 

Ich fand die Story echt toll. Man fühlt richtig die Tristesse in der sich Paddy aus dem Arbeiterviertel befindet. Sie schämt sich ihres Körpers, ihrer finanziellen Situation und ihrer Familie. Sie arbeitet nicht für sich sondern für die anderen und es bleibt kaum Zeit für Selbstmitleid in diesem Leben. Zudem kommen noch die Schuldgefühle, das Geld angenommen und keine Hilfe angeboten zu haben. Dadurch ist sie sehr daran interessiert, den Fall zu lösen. Vor allem da die Polizei ihr totes Opferkalb gefunden hat und nicht weiter recherchieren möchte.



In der Mitte des Buches war eine leichte Statik zu fühlen, was aber schnell verfliegt sobald es in letzte Drittel geht. Auch mit dem Schreibstil konnte ich mich sehr anfreunden und ich würde gerne mehr von Mina lesen.


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