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Sonntag, 19. November 2017

{Gelesen} Das Apartment von S.L. Grey

Zuerst mal....ich hab das Buch in zwei Tagen ausgelesen. Gut, es hat nicht so viele Seiten, aber der Spannungsbogen war immer aufrecht, durch einen sehr einfachen Trick des Autorenpaars, welches ich später erkläre.

Es geht in dem Buch um ein Paar, bei dem das Feuer aus ist. Sie haben beide eine Tochter gemeinsam. Mark ist älter und hatte eine Tochter aus einer anderen Beziehung, welche er durch einen Unfall den er verschuldet hat, verloren hat. Steph ist um einiges jünger als Mark und hat das Gefühl sich nicht genug ausgelebt zu haben.

Steph und Mark knabbern auch noch an einer Home Invasion. Sie wurden ausgeraubt und fühlen sich nicht mehr sicher in ihrem Haus in Südafrika.
Leider haben beide kaum Geld um mal aus den vier Wänden raus zu kommen. Bei einen Abendessen mit Marks Exfreundin, empfiehlt deren neuer Freund ihnen einen Apartment-Tausch per Internet.

Steph sieht sich gleich am Abend im Internet um und prompt schreibt ein Paar aus Paris zurück. Das Apartment sieht toll aus und so willigt Steph ein. Die Tochter wird daheim bei den Eltern von Steph gelassen und so versucht man in der Stadt der Liebe wieder das alte Feuer zu entfachen.

Aber leider sieht es in der Wohnung gar nicht so aus wie auf den Fotos. Sie scheinen auch die einzigen (bis auf eine alte Künsterlin in der Dachwohnung) Bewohner des Gebäudes zu sein. Es ist abgewohnt, die Möbel sind alt und die Wohnung ist klamm. Richtig gruselig ist auch, dass Mark dann mal zwei Kübel mit menschlichen Haaren im Schrank findet.

Die Petits, die eigentlich ihr Haus in Südafrika beziehen wollten tauchen dort aber nie auf. Irgendetwas stimmt mit dem Pariser Apartment nicht und so verbringen Steph und Mark mehr Zeit auf den Straßen Paris als im Apartment. Dummerweise funktioniert die Kreditkarte von Mark auch nicht und so müssen sie mit den ca. 300 Euro auskommen die sie zur Verfügung haben.

Seltsame Dinge passieren in dem Apartment und Mark zweifelt an seinem Geisteszustand. Auch die Alte unterm Dach die laut Musik hört scheint etwas zu verbergen. Als diese sich bei ihnen zum Essen einläd passiert etwas schreckliches...




Was hat mich dazu gebracht, dieses Buch nicht aus der Hand zu legen?
Es war ein einfacher Trick der Autoren - Kapitel-Cliffhanger!

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Steph und Mark geschrieben. Also wenn, ein "Steph Kapitel" endet mit... (sinngemäß:) Mark kam völlig aufgelöst von draußen wieder, doch er würde ihr bis zum Schluss nicht erzählen können was er gerade erlebt hat....
Gut, dann möchte man natürlich wissen was es war und liest das nächste Kapitel um Mark weiter...

Mich hat es etwas enttäuscht, dass es dann nicht nur in Paris in diesem Apartment spielt, sondern dann mehr in Südafrika weitergegangen ist. Irgendwie wäre der Horror im Haus ausbaufähig gewesen.


Copyright Foto: WDR

Dienstag, 8. August 2017

{Gelesen} Mörderischer Freitag von Nicci French

Das Autorenduo hat wieder einen neuen Wochentag und einen Thriller um die Psychologin Frieda Klein herausgebracht und ich habe mich riesig darüber gefreut.
Wer die anderen Wochentage noch nicht kennt, kann sie hier bei mir durchlesen:

1. Blauer Montag
2. Eisiger Dienstag 
3. Schwarzer Mittwoch
4. Dunkler Donnerstag

Gleich zu Beginn der Geschichte gibt es einen gewaltigen Spoiler und einen Erdrutsch. Sandy, Friedas Exfreund wird tot in der Themse (von einem kleinen Mädchen) gefunden. Er trägt um sein Handgelenk Friedas Bändchen von ihrem Krankenhausaufenthalt. Er wurde offentlichtlich umgebracht.

Als dann auch noch seine Brieftasche versteckt in Friedas Schrank gefunden wird und herauskommt, dass Sandy in aller Öffentlichkeit wegen der Trennung getobt hat, wird Frieda immer mehr zur Hauptverdächtigen. Vor allem da ein anderes Polizistenduo den Fall bearbeitet und nicht Karlson. Auch der Chef von Karlson ist von Friedas Schuld überzeugt und hält damit nicht hinterm Berg.

Frieda die einen Eisblock noch warm erscheinen lässt, gibt sich in diesem Thriller noch kühler als sonst. Was mich ehrlich gesagt anfangs etwas gestört hat war, dass es sie scheinbar in keinster Weise berührt hat, dass Sandy gestorben ist.


Frieda hat natürlich einen Verdächtigen und denkt, dass es ihr Nemesis Dean ist, der den Mord begangen hat. Was natürlich noch unwahrscheinlicher für die Polizei ist, da Dean ja tot ist.
Wieder ein persönlicher Fall, wie der letzte auch. Frieda muss die Recherche wieder mal selbst in die Hand nehmen und dem Mörder auf die Spur kommen.

Dennoch bis dato der schwächste Teil der sonst absolut grandiosen Reihe.


Montag, 13. März 2017

{Gelesen} Beim Leben deines Bruders von Peter May

Dieses Buch ist bereits der zweite Band einer Triologie. Schade, dass dies nicht schon vorneweg irgendwo steht. Dennoch kann man es gut verstehen, ohne vorher das erste Buch gelesen zu haben.

Eine Moorleiche wird in einer sehr trostlosen Gegend, einer Insel im Norden Schottlands (mit Namen Lewis), gefunden. Die Trostlosigkeit, angesichts der fehlenden Infrastruktur und dem einzigen Einkommens, dem Torfstechens, wird durch dem Autor fast greifbar dargestellt. In diese Einöde kehrt der ehemalige Polizist Fin Macleod zurück, nachdem er seinen Sohn verloren hat und seine Frau die Scheidung eingereicht hat.
Die Moorleiche ist doch nicht so alt wie zuerst gedacht, nachdem eine Elvis Tätowierung auf dem Arm der männlichen Leiche gefunden wird.
Nach der DNA Untersuchung, erfährt man, dass die Leiche mit Tormund Macdonald verwandt sein muss. Es ist der Demenz kranke Vater von Fins erster Liebe Marsaili, der zum Hauptverdächtigen wird. Hat der Vater wirklich seinen Bruder getötet? Schwierig herauszufinden, da es sich um einen Demenzkranken handelt.

Was anfangs etwas verwirrend war, er schreibt von Fin (in der Gegenwart) und dem Demenz kranken Vater Marsailis (in der Vergangenheit). Die Schilderung der Landschaft und der Trostlosigkeit ist bisweilen (wie bereits geschrieben) sehr plastisch dargestellt. Anfangs zieht sich die Handlung noch etwas schleppend dahin, nimmt aber schon bald Fahrt auf und wird sehr spannend. Der Schreibstil Mays hat mir wirklich sehr gut gefallen

Ich würde dieses Buch eher als Thriller sehen, da es wenig mit der Polizeiarbeit zu tun hat und deshalb nicht als Kriminalroman deklariert werden sollte.


Montag, 21. November 2016

{Gelesen} Schottendisco von David F. Ross

Wir befinden uns in den frühen 80ern. Die leidigen Dauerwellen kommen ebenso gerade in Mode wie Leggins und Pullis mit Fledermausärmeln. CDs gibt es noch lange nicht und LPs sind der Stein des Weisen, aus dem Musik kommt. Jaja, auch ich hantierte noch mit dererlei schwarzen Platten die man nur außen mit den Fingerspitzen angriff um ja nix zu zerkratzen...das erledigte dann eine ruppige Langspielplattennadel für einen...🙈😂
Wenn man das abgespielte Lied nochmal hören wollte, so musste man zu den bestimmten geriffelten Linien, die die Pause zwischen den Liedern anzeigte. Ja das waren noch Zeiten...

Wie auch immer im Buch Schottendisco befinden wir uns 1982 in einen Nest in Schottland, in Kilmarnock. Wir lernen unsere tragische Hauptfigur Bobby ziemich schnell sehr nahe kennen, als er mit einer Morgenlatte im Bett neben seinen Bruder erwacht. Perspektivlos und nicht gerade in einer sozialen Schicht indem man sich seinen Traumberuf frei wählen könnte, kommt Bobby zusammen mit seinen Freund Joey auf die Idee einer mobilen Disco, die man zu Geburtstagen und Feiern buchen könnte. Also borgen sie sich eine Anlage und ein paar Platten und versuchen sich in diesem Geschäft. Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer, aber so schwer haben die beiden es sich nicht vorgestellt und das sie damit Geld verdienen wollten und nicht alles ausgeben und nix mehr reinbekommen, war so auch nicht gedacht. Allerdings sind auch schon andere auf diesen Zug erfolgreich aufgesprungen und die haben nun angst um ihr Geschäft. Mit Fat Franny Duncan (dessen großes Vorbild die Filmvorlage "Der Pate" ist) ist allerdings nicht gut Kirschenessen und Bobby legt sich somit mit DER kriminellen Energie der Stadt an. Mittendrin und zwischen Pubertät und Erwachsen werden, die Freundin endlich auf der Anlage bumsen und hoffen, dass der Gig diesmal nicht in einem Desaster endet.

Mit dem Buch bekommt man auch einen Eindruck der politischen Lage. Es gibt immer wieder Auszüge aus Reden von Margret Thacher und Gary (Bobbys Bruder) zieht als "Scots Guards" und im Zuge der Falklandinsel-Konflikte auf ein Militärschiff. Das erste Mal weit weg aus dem Kaff und ungewiss ob er wieder zurück kommen wird, schreibt er Briefe. An seine Mutter, den Vater, Bobby und seine Freundin...

Das Buch vereint sowohl die lustigen Momente von Bobby und Joey, wie auch die Tristess die es in der Arbeiterklasse in Schottland Anfang der 80er (und noch heute) gibt. Bobby wie auch Gary wollen sich für den Vater beweisen und riskieren (jeder auf seine Art) damit ihr Leben. Bloß kein Loser sein, bloß nicht aufgeben.


Der Roman erinnerte mich stark an Irvine Welsh´s Trainspotting. Gleiche Zeit, auch Schottland, auch aussichtloses Leben, auch Überleben...
Dennoch ist das Buch mit Herz geschrieben und für einen Debütroman echt gelungen! Hinten dran gibt es auch noch eine Playlist Empfehlung, die man zum Schmöckern hören kann. Auf jeden Fall meine Kindheit die guten alten 80er.

Montag, 31. Oktober 2016

{Gelesen} Die Unglückseligen von Thea Dorn

Nun gut, wohlan ein andrer Wälzer wart gelesen und wird nun zurückgestellt in das Regal der andren Geschichten. 

Keine Angst ich werde diese Schreibweise nun nicht durchziehen und zugegeben, dieses Genre ist eigentlich nicht so meins. Aber der Klappentext hat sich doch sehr interessant angehört.

Es geht um die deutsche Molekularbiologin Johanna Mawet, die in Sachen Unsterblichkeit forscht. Ja warum sich auch mit Kinkerlitzchen aufhalten, wenn man auf einen Schlag sämtliche Forscherpreise samt Nobelpreis abstauben kann. Die Menschen würden auf einen Schlag zu Götter gemacht und die Geburtenrate würde angesichts der Unsterblichkeit auch zurückgehen.
 Das ewige Leben ohne Krebs und dem schnöden sterben. Keine Angst vor dem Tod. Tja, auch in diesem Buch schaltet sich dieser ab und zu ein...oder ist es Gott....oder gar der Teufel? 

Die Unglückseligen
Foto Copyright by Knaus Verlag

Wie auch immer, hauptsächlich erfährt man von der Geschichte durch die Sicht von Johanna und dem Physiker Johann Wilhelm Ritter, der 1776 auch in Deutschland geboren wurde. Beide leben und agieren in unserer Zeit. Wie das sein kann? Naja der gute Ritter hat schon des öfteren versucht seinem Leben ein Ende zu bereiten, aber er wurde sozusagen mit dem ewigen Leben "verflucht". Er hat sich selbst in seiner Zeit mit der Alchemie und Unsterblichkeit befasst und dürfte etwas an seinen Experimenten richtig gemacht haben! 
Johanna und der Ritter treffen in Amerika aufeinander und Johanna nimmt einiges auf sich um hinter das Geheimnis des ewigen Lebens zu kommen. Sie schafft es, den Ritter Johann nach Deutschland zu "schmuggeln" und er darf fortan in ihrer Wohnung leben. Johanna ist, nachdem klar ist, dass sie es nicht mit einem psychisch Kranken zu tun hat, unbedingt hinter das Geheimnis der Unsterblichkeit kommen und sieht Johann eher wie eine Laborratte, als einen Menschen an. Leider verhält sich dieser nicht allzu pflegeleicht. 

Das hat mich auch etwas gestört an der ganzen Sache. Der gute Johann Wilhelm Ritter lebt seit 1776, hat einiges durchgemacht und einige Zeiten durchlebt....und spricht noch immer wie anno dazumals? Wäre er aus einem Eisblock geschmolzen worden, so würde ich dieses Phänomen verstehen, aber so?

Naja der gute Unsterbliche ist natürlich sehr schrulig und eigen und dadurch doch wieder liebenswert. Dennoch fand ich die Geschichte etwas langatmig. Etwa ab Mitte des Buches wird der Ritter erst nach Deutschland geflogen und auch hier entwickelt sich alles sehr zäh und träge. Man hätte auch weniger Seiten verschwenden können, dennoch ist die Geschichte neu und wirklich unterhaltsam.



Eine Leseprobe findet ihr hier.

Was habt ihr derzeit neben der Wanne oder am Nachtkästchen liegen?

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