Spannend und EnCyclopisch war mein August.
Diese Bücher habe ich gelesen, während mein Zwerg geschlafen hat. Einige davon waren so spannend, dass ich sie nicht aus der Hand legen wollte.
Still Alive von Claire Douglas
ist ebenso spannend wie Douglas´erstes Buch Missing.
Libby findet in ihrem Postkasten in Bath einen Vorschlag zum Häusertausch für eine Woche. Philip und Tara wollen nach Bath in die Nähe des Krankenhauses, da ihre Tochter eine Herz-OP hat. Libby stimmt zu und findet sich in einem Traumhaus an der Küste wieder. Schön abgeschieden ist es und genau das was Libby und ihr Mann jetzt brauchen nach der Fehlgeburt.
Doch irgendwas ist faul an der Sache, erst ist plötzlich die Haustür über Nacht offen, dann marschiert ein Mann über das Anwesen und schließlich machen die beiden einen grausamen Fund im Keller...welcher nicht der einzige blutige Fund bleibt...
Als Libbys Mann mit einer Lebensmittelvergiftung ins Spital muss, muss sie eine Nacht alleine in dem Haus verbringen.
Wen haben sie da in ihr eigenes Haus gelassen? Warum behauptet der Nachbar von Philipp und Tara, dass es gar keine Tochter gibt? Warum ist das Kinderzimmer im Haus so gruselig und altmodisch und nicht wie die anderen Räume im Haus?
Wirklich spannend geschrieben, hält uns Claire Douglas hier bei der Stange. Man liest weiter, auch wenn es anfangs nicht gleich spannend ist, dank des flüssigen Schreibstils.
Durch Feuer und Wasser von Camilla Grebe und Asa Träff
Ein Schweden-Thriller...endlich mal wieder.
Ja, das können sie die Schweden! Nicht nur Ikea und Köttbular. Nein, auch Spannung können sie!
Die Geschichte wechselt sich immer ab. Man erfährt einerseits von einem Jungen, der sein Haus samt Familie unabsichtlich abbrennt, der dann in diversen Pflegefamilien landet die ihn zu harter Arbeit drillen und dann in späterer Folge auch sexuell belästigen.
Jedes Mal wenn die Kapitel des "Jungen" kamen - welcher ganz klar der Kidnapper in der Gegenwart sein musste - hatte ich richtig angst weiterzulesen. Die Gewalt in den Pflegefamilien können ganz klar nicht nur Fiction sein (auch wenns in diesem Fall so war), sondern es gibt ja wirklich Menschen die Kinder so behandeln. Als frische Mama ist so ein Buch noch schwerer zu verdauen, glaube ich.
Andererseits bekommt man einen Einblick in die Ermittlungen zur Kindesentführung. Zwei Kinder einer Mutter werden aus zwei verschiedenen Pflegefamilien gekidnappt. Dann taucht in einem Forum ein Foto auf. Darauf sind die Kinder zu sehen mit einer Frau die vor einige Monaten gekidnappt wurde. Sie hat sich zu eine Invitrobehandlung entschlossen, weil sie keine Kinder kriegen konnte. Kurz darauf wird die Frau tot aufgefunden.
Wer ist der Kidnapper und Mörder? Versucht er eine Familie zusammenzustellen?
Ansonsten konnte ich das Buch wirklich nicht aus der Hand legen und ich habe gar nicht bemerkt, wie schnell ich voran kam, bis ich dann schon im hinteren Drittel war.
Die Kapitel sind schön knackig und gut unterteilt, was ich besonders mag. Auch ein Buch zum Nachdenken. Man fragt sich wieder einmal, warum jeder Idiot Kinder kriegen kann und vielleicht gar keine möchte oder sie schlecht behandelt und warum manche keine Kinder bekommen können obwohl sie es wirklich verdient hätten.
Der dunkle Bote von Alex Beer
war für mich ein absoluter Pageturner. August Emmerich kommt einem schon wie ein alter Bekannter vor, den man nach langer Zeit mal wieder trifft. Was wohl daran liegt, dass dies nun schon der dritte Band ist. August ist mit seinem Kollegen Winter wieder an einem besonders grausigen Mörder dran. Dieser mordet mit Vorliebe Männer die es "verdient haben". Naja, zumindest aus der Sicht der Frauen. Alle Toten die man vereist oder in der "Blutsuppn" eines Schlachthofs findet, haben nämlich eins gemein. Sie behandeln Frauen schlecht. Der Mörder, welcher auch Feminist ist, scheint sich genau diese herauszufiltern, die es ohnehin "verdient ham".
Auch Emmerichs Nemesis Xaver Koch behandelt seine Frau schlecht. Luise die damalige Lebensgefährtin Emmerichs lebt abgeschieden mit ihren Kindern bei Xaver, nachdem dieser doch noch vom Krieg heimgekehrt ist. Mit ihm ist auch die Gewalt heimgekehrt und Luise wird von ihm misshandelt.
Kann August seine kleine Familie wiederfinden und retten?
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Man denkt sich, nur noch ein Kapitel dann ist Schluss und doch muss man immer weiter immer weiter...
Encyclopedia von Johan Tell
ist ein tolles Buch für Rad-Patrioten und -Idioten ... äh ich meine Verrückte. Ja, da werden so Begriffe wie Bacon erklärt (das ist die Schürfwunde nach einem Radsturz) oder auch kleine Anekdoten die der Autor erlebt hat und welche einen Einblick hinter die Kulissen zB. der Tour de France bietet.
Ich fand vor allem diese Anekdoten toll und das man nicht stupide A-Z in kurzen Dreiteilern wie in anderen Encyclopedien abarbeitet. Ich bin jetzt nicht so Radverrückt wie mein Freund und genau deshalb mochte ich die längeren Abschnitte lieber als die Begriffserklärungen. Wobei diese auch teilweise sehr witzig waren und es gut erklärt war, warum dieser Begriff gerade so heißt wie er heißt.
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Freitag, 23. August 2019
Dienstag, 31. Juli 2018
{Gelesen} Bücher im Juli 2018
Dieses Monat habe ich nur drei Bücher gelesen (Die rote Frau habe ich schon länger gelesen). Manche davon auf Englisch auf meinen Kindle. Ich hoffe mal, dass ich im Sommerurlaub mehr schaffe.
Alle drei Bücher spielen in England, da ich am liebsten Krimis und Thriller aus meinen geliebten Great Britain lese :)
Die rote Frau spielt im Wien der 1920er Jahre.
Schlafe still von Luana Lewis
Vivien, ihre Tochter (die durch eine künstliche Befruchtung entstand) und ihr Ehemann Ben führen ein Leben in der Nobelgegend Londons. Es fehlt ihnen an nichts, außer dem Wunsch nach noch einem Kind. Doch dann wird Vivien tot mit einer Wunde am Kopf im Badezimmer des Luxushauses aufgefunden. Wir alle sehen es aus der Sicht ihrer Mutter Rose, die sich fortan um die kleine Enkelin und ihren Schwiegersohn Ben kümmert, der leider dem Alkohol verfallen ist. Es fällt ihm schwer das ganze zu verkraften und in sein Leben drängt sich seine Ex-Freundin Cleo, die mal mit der toten Vivien befreundet war, bis sie ihr Ben ausgespannt hat.
Cleo drängt sich dermaßen in das Leben des Witwers und seiner Tochter, dass sie Rose aus dem Haus verdängt. Als Rose Cleo in ihrer Wohnung (in der mal Ben und Vivien gewohnt haben und die Ben noch immer bezahlt) aufsucht, findet sie eine Fotowand mit Bildern von Vivien. Cleo hat offensichtlich ohne Vivens Wissen mehrere Fotos von ihr angefertigt.
Gleichzeitig findet Rose, welche in einer Säuglingsstation arbeitet, heraus, dass sie von der Kinderwunsch-Ärztin für eine neuerliche IVF Behandlung (zur künstlichen Befruchtung) abgelehnt wurde. Offensichtlich wollte sie auch Diätpillen für die kleine Tochter von der Ärztin verschrieben bekommen.
Hat Cleo oder Ben etwas mit dem Tod Viviens zu tun oder war es nur ein Unfall?
Das Buch ist auf jeden Fall spannend. Dennoch konnte ich mich mit Rose nicht wirklich anfreunden. Sie scheint eine "kalte Mutter" gewesen zu sein und möchte dies nun wieder an der Enkelin gut machen. Ich persönlich hatte auch schnell den ersten Verdacht, wer Viviens Tod verschuldet haben könnte. Dennoch war der Schluss interessant. Dennoch waren die Charaktere allgemein etwas nüchtern und ich konnte mit Rose nicht wirklich "warm werden".
Das Mädchen im Eis von Robert Bryndza
Dies ist das erste Buch der Erika Foster Reihe. Die Detective Erika Foster kommt ursprünglich aus Slowenien (wie der Autor selbst). Sie ist eine sehr kühle Ermittlerin, mit kaum Privatleben, seit ihr Mann bei einem Polizeieinsatz (zusammen mit ihr) verstorben ist. Ihr Leben ist die Arbeit geworden und die bestreitet sie hingegen aller Vorschriften mit Hingabe. Man muss Foster nicht mögen, aber sie macht ihren Job richtig. Gerade englische Krimis sind ja bekannt, dass ihre Protagonistinnen nicht umbedingt so warm sind wie das derzeitige Sommerwetter in GB. Damit kann ich auch wirklich leben, solange die Story spannend ist.
Und das ist sie....
Gleich zu Anfang erleben wir Andreas letzten Stunden praktisch mit ihr mit. Gleich weiter geht es damit, dass ein Arbeitsloser die Leiche unter dem Eis eines Teiches findet. Der arme Unglückliche fällt auch prompt in den See selbst hinein.
Zuletzt hat jemand Analverkehr mit Andrea gehabt. Offensichtlich mit Andreas Einverständnis. Sie kommt von einer angesehen Familie. Ihre Eltern sind Lord und Lady! Ihr Verlobter ist ein reicher Unternehmer und er bestreitet mit Andrea Verkehr gehabt zu haben, vor ihem Tod. Dank CCTV Footage und weiterer Recherche findet Erika heraus, dass Andrea vor ihrem Tod in einen üblen Pub Namens The Glue Pot war. In der Spelunke findet sie durch die Kellnerin heraus, dass Andrea offensichtlich mit einen dunkelhaarigen Mann und einer blonden Frau im Pub war. Doch die Zeugin flüchtet. Eine andere Zeugin die dies bestätigt, wird später tot aufgefunden.
Erikas Chef vertraut ihr in der Sache der Zeugenaussagen nicht und übergibt den Fall einen anderen. Doch Erika gibt nicht auf...
Mich hat die Story sofort gepackt. Es wird auf keiner Seite langweilig, da Bryndza wirklich mit der Story weiterfließt und keine langweiligen Lückenfüller hinterlässt. Dadurch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und kann kaum den nächsten Teil erwarten.
Coco Chanel von Megan Hess
Okay, it is a fact. Das Buch macht sich hervorragend auf einen Couchtisch. Es ist sowohl dekorativ mit seinen silbernen Seiten außen, als auch informativ. Die Illustrationen sind mehr als zauberhaft und man nimmt es gerne öfter in die Hand. Vor allem wenn man sich auch wirklich mit dem Leben der wunderbaren Coco Chanel befassen möchte. Es ist vielleicht nicht so abendfüllend wie eine Biographie, doch man gewinnt schnell einen Einblick in Cocos Leben und einen Eindruck in ihr Wirken und ihr einzigartiges Modeverständnis.
Um ehrlich zu sein, kannte ich noch keinen Aspekt aus Coco Chanels Leben. Gerade für solche Leute ist das Buch gedacht. Man bekommt einen ersten Einblick in Cocos Leben als sie nach dem Tod ihrer Mutter mit 12 Jahren ins Kloster geschickt wurde. Dazu gibt es die wunderbaren detailierten Illustrationen, die einen zusammen mit Zitaten durch die Geschichte Cocos führen, bis zu ihrem Tod.
Wunderschönes Buch! Perfektion wie sie Coco geliebt hätte!
Die rote Frau von Alex Beer
Rezension des ersten Buchs: hier.
Ich durfte im Zuge einer Führung durch Wien die tolle Autorin Alex Beer kennenlernen.
In dem zweiten Buch um den Kriminalbeamten August Emmerich nach dem ersten Weltkrieg im Jahr 1920, begeben wir uns wieder in die Unterwelt und in die Machenschaften um eine karitative Organisation. Gerade diese Beschützer der Armen und Schwachen geraten in das Netz eines Mörders.
Als erstes wird ein Politiker ermordet, welcher sich auch für die Armen engagiert hat. Schnell ist ein Sündenbock gefunden. Doch dieser bestreitet seinen Gönner ermordet zu haben, den er alles verdankt. Da auch viele Gefängnisinsassen von dem toten Politiker Hilfe gefunden haben, ist er im Gefängnis auch nicht sicher. Die Zeit läuft Emmerich davon, welcher von seiner Unschuld überzeugt ist.
August, selbst auf diese Hilfe im Männerwohnheim angewiesen, ist es natürlich wieder ein Anliegen den Mörder so schnell wie möglich zu fassen. Auch in der neuen Arbeitsstelle Leib und Leben sind er und Winter vor Anfeindungen nicht sicher.
Alex Beer beschreibt die Armut dazumals geradezu schmerzhaft greifbar. Die armen Ziegelfabriksarbeiter die mehr im Jenseits zu sein scheinen als im Diesseits... Dann wieder das ausschweifende Leben der Theatermenschen, die Geld für Essen rausschmeissen um den Überfluss zu fröhnen.
Alex Beer spannt in geübter Form die Fäden zwischen beiden Welten und zieht sie immer fester zueinander. Die der Armen die Hilfe benötigen und die der reichen Gönner, die gewillt sind etwas Geld zu sammeln um die Menschen am Leben zu erhalten.
Wer tötet diese Wohltäter und vor allem warum?
Ich bin eigentlich nicht so ein Freund von Kriegs- oder Nachkriegsgeschichten, da ich ziemlich nah am Wasser gebaut bin, ich mich gerne mitreißen lasse und auch sehr emotional auf alles wirke. Dennoch erfährt man eine besondere Wärme des Zusammenhalts der Menschen die gerade einen Krieg hinter sich gebracht haben. Das Überleben eines solchen Umstandes scheint die Menschen (arm wie reich) zusammenzuschweißen. So gesehen ein kleiner Lichtblick in der schwarz-weißen Monotonie dieser Zeit.
Was ihr nicht seht von Nuala Ellwood
Ehrlich gesagt ist dieser so called Psychothriller not my cup of tea.
Man erfährt von Kates Leben als Kriegsjournalistin, sie reist praktische dem Leid hinterher - Irak, Afganistan und schließlich Syrien - nur um sich nicht den Leid ihrer eigenen Familie zu stellen. Da werden gleich mal Stereotypen bezüglich Engländer den armen syrischen Jungen erzählt, bei dessen Familie sie in Syrien lebt - welcher glücklicherweise Englisch spricht. Die Engländer wissen praktisch nicht was Probleme sind und regen sich über alles und jeden auf und sind griesgrämig (erzählt sie ihm mehrmals!). Meiner Meinung nach alles etwas dünn aufgebaut, da ich bezweifle, dass man wirklich als ausländischer Kriegsreporter einfach bei Zivilisten unterkommt. Normalerweise wird für Journalisten ein ganzes Hotel gemietet oder eine Area die absolut abgeriegelt ist mit Wachpersonal, sodass man immer weiß, wo sie sich aufhalten. Weiters sollte sie zumindest einen Secuity-Mann und einen Dolmetsch zur Seite haben. In einen Krankenhaus lernt sie ein kleines Mädchen kennen, deren Beine durch eine Bombe zerfetzt wurden. Die Kauterisierung erfolgte ohne Schmerzmittel, da sie nur wenige hatten. Sie schenkt den Arzt der netterweise für sie dolmetscht ein paar billige Paracetamol und er sieht sie an, als ob sie ihm ein Heilmittel gegen Krebs gegeben hätte. Oh na bitte, sind ja doch nicht alle Engländer griesgrämig, es gibt auch ein paar gönnerhafte Auslandsreporterinnen, die mit dem Krieg richtig Geld in die Kassen bringen und dann mit fünf Paracetamol ihr Gewissen beruhigen wollen.
Sorry, aber das hat mich an Kate wirklich geärgert und der erste Teil des Buches sehen wir alles aus Kates Sicht. Ihre Flashbacks mit Syrien und den kleinen Jungen Nidal für den sie schon fast mütterliche Gefühle hat und die Flashbacks ihrer Kindheit mit einen Alkoholiker Vater der ihre Mutter schlägt. Abwechselnd erfährt man in den Kapiteln die Gegenwart (in der sie in Polizeigewahrsam ist) und die Vergangenheit, in der sie sich nicht mit ihrer alkoholkranken Schwester Sally und deren Ehemann Paul auseinandersetzten will. Allerdings muss sie das, da ihre geliebte Mutter gestorben ist und sie sich jetzt um deren Haus kümmert. In dem Nachbarhaus geht allerdings seltsames vor. Fida eine Irakerin bestreitet einen Sohn zu haben, doch Kate sieht abends immer einen Jungen herumschleichen. Wer ist dieser Junge? Existiert er überhaupt oder ist es nur Kates Einbildung. Sie hat ihren kleinen Bruder David tragischerweise verloren und sieht sie deshalb überall sein Ebenbild?
Der zweite Teil ist über Sally (Kates Schwester) und man gelangt bis zur Seite 260 und fragt sich, dies ist ein Psychothriller und sicher kein Roman? Man erfährt die gleichen Rückblenden des alkoholkranken Vaters aus Sallys Sichtweise, was zugegeben eine etwas andere, aber dennoch die gleichen Rückblenden sind...
Ich konnte mich mit den Teil der Schwester Kates irgendwie mehr anfreunden, auch wenn sie wirklich keine besonders nette Person ist, so gewinnt das ganze dann doch etwas an Fahrt. Bei den letzten hundert Seiten (der insgesamt ca. 410) konnte ich das Buch dann echt nicht mehr aus der Hand legen. Der zweite Teil hat mich dann etwas für den ersten Teil entschädigt.
*PR-Sample
Alle drei Bücher spielen in England, da ich am liebsten Krimis und Thriller aus meinen geliebten Great Britain lese :)
Die rote Frau spielt im Wien der 1920er Jahre.
Schlafe still von Luana Lewis
Vivien, ihre Tochter (die durch eine künstliche Befruchtung entstand) und ihr Ehemann Ben führen ein Leben in der Nobelgegend Londons. Es fehlt ihnen an nichts, außer dem Wunsch nach noch einem Kind. Doch dann wird Vivien tot mit einer Wunde am Kopf im Badezimmer des Luxushauses aufgefunden. Wir alle sehen es aus der Sicht ihrer Mutter Rose, die sich fortan um die kleine Enkelin und ihren Schwiegersohn Ben kümmert, der leider dem Alkohol verfallen ist. Es fällt ihm schwer das ganze zu verkraften und in sein Leben drängt sich seine Ex-Freundin Cleo, die mal mit der toten Vivien befreundet war, bis sie ihr Ben ausgespannt hat.
Cleo drängt sich dermaßen in das Leben des Witwers und seiner Tochter, dass sie Rose aus dem Haus verdängt. Als Rose Cleo in ihrer Wohnung (in der mal Ben und Vivien gewohnt haben und die Ben noch immer bezahlt) aufsucht, findet sie eine Fotowand mit Bildern von Vivien. Cleo hat offensichtlich ohne Vivens Wissen mehrere Fotos von ihr angefertigt.
Gleichzeitig findet Rose, welche in einer Säuglingsstation arbeitet, heraus, dass sie von der Kinderwunsch-Ärztin für eine neuerliche IVF Behandlung (zur künstlichen Befruchtung) abgelehnt wurde. Offensichtlich wollte sie auch Diätpillen für die kleine Tochter von der Ärztin verschrieben bekommen.
Hat Cleo oder Ben etwas mit dem Tod Viviens zu tun oder war es nur ein Unfall?
Das Buch ist auf jeden Fall spannend. Dennoch konnte ich mich mit Rose nicht wirklich anfreunden. Sie scheint eine "kalte Mutter" gewesen zu sein und möchte dies nun wieder an der Enkelin gut machen. Ich persönlich hatte auch schnell den ersten Verdacht, wer Viviens Tod verschuldet haben könnte. Dennoch war der Schluss interessant. Dennoch waren die Charaktere allgemein etwas nüchtern und ich konnte mit Rose nicht wirklich "warm werden".
Das Mädchen im Eis von Robert Bryndza
Dies ist das erste Buch der Erika Foster Reihe. Die Detective Erika Foster kommt ursprünglich aus Slowenien (wie der Autor selbst). Sie ist eine sehr kühle Ermittlerin, mit kaum Privatleben, seit ihr Mann bei einem Polizeieinsatz (zusammen mit ihr) verstorben ist. Ihr Leben ist die Arbeit geworden und die bestreitet sie hingegen aller Vorschriften mit Hingabe. Man muss Foster nicht mögen, aber sie macht ihren Job richtig. Gerade englische Krimis sind ja bekannt, dass ihre Protagonistinnen nicht umbedingt so warm sind wie das derzeitige Sommerwetter in GB. Damit kann ich auch wirklich leben, solange die Story spannend ist.
Und das ist sie....
Gleich zu Anfang erleben wir Andreas letzten Stunden praktisch mit ihr mit. Gleich weiter geht es damit, dass ein Arbeitsloser die Leiche unter dem Eis eines Teiches findet. Der arme Unglückliche fällt auch prompt in den See selbst hinein.
Zuletzt hat jemand Analverkehr mit Andrea gehabt. Offensichtlich mit Andreas Einverständnis. Sie kommt von einer angesehen Familie. Ihre Eltern sind Lord und Lady! Ihr Verlobter ist ein reicher Unternehmer und er bestreitet mit Andrea Verkehr gehabt zu haben, vor ihem Tod. Dank CCTV Footage und weiterer Recherche findet Erika heraus, dass Andrea vor ihrem Tod in einen üblen Pub Namens The Glue Pot war. In der Spelunke findet sie durch die Kellnerin heraus, dass Andrea offensichtlich mit einen dunkelhaarigen Mann und einer blonden Frau im Pub war. Doch die Zeugin flüchtet. Eine andere Zeugin die dies bestätigt, wird später tot aufgefunden.
Erikas Chef vertraut ihr in der Sache der Zeugenaussagen nicht und übergibt den Fall einen anderen. Doch Erika gibt nicht auf...
Mich hat die Story sofort gepackt. Es wird auf keiner Seite langweilig, da Bryndza wirklich mit der Story weiterfließt und keine langweiligen Lückenfüller hinterlässt. Dadurch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und kann kaum den nächsten Teil erwarten.
Coco Chanel von Megan Hess
Okay, it is a fact. Das Buch macht sich hervorragend auf einen Couchtisch. Es ist sowohl dekorativ mit seinen silbernen Seiten außen, als auch informativ. Die Illustrationen sind mehr als zauberhaft und man nimmt es gerne öfter in die Hand. Vor allem wenn man sich auch wirklich mit dem Leben der wunderbaren Coco Chanel befassen möchte. Es ist vielleicht nicht so abendfüllend wie eine Biographie, doch man gewinnt schnell einen Einblick in Cocos Leben und einen Eindruck in ihr Wirken und ihr einzigartiges Modeverständnis.
Um ehrlich zu sein, kannte ich noch keinen Aspekt aus Coco Chanels Leben. Gerade für solche Leute ist das Buch gedacht. Man bekommt einen ersten Einblick in Cocos Leben als sie nach dem Tod ihrer Mutter mit 12 Jahren ins Kloster geschickt wurde. Dazu gibt es die wunderbaren detailierten Illustrationen, die einen zusammen mit Zitaten durch die Geschichte Cocos führen, bis zu ihrem Tod.
Wunderschönes Buch! Perfektion wie sie Coco geliebt hätte!
Die rote Frau von Alex Beer
Rezension des ersten Buchs: hier.
Ich durfte im Zuge einer Führung durch Wien die tolle Autorin Alex Beer kennenlernen.
In dem zweiten Buch um den Kriminalbeamten August Emmerich nach dem ersten Weltkrieg im Jahr 1920, begeben wir uns wieder in die Unterwelt und in die Machenschaften um eine karitative Organisation. Gerade diese Beschützer der Armen und Schwachen geraten in das Netz eines Mörders.
Als erstes wird ein Politiker ermordet, welcher sich auch für die Armen engagiert hat. Schnell ist ein Sündenbock gefunden. Doch dieser bestreitet seinen Gönner ermordet zu haben, den er alles verdankt. Da auch viele Gefängnisinsassen von dem toten Politiker Hilfe gefunden haben, ist er im Gefängnis auch nicht sicher. Die Zeit läuft Emmerich davon, welcher von seiner Unschuld überzeugt ist.
August, selbst auf diese Hilfe im Männerwohnheim angewiesen, ist es natürlich wieder ein Anliegen den Mörder so schnell wie möglich zu fassen. Auch in der neuen Arbeitsstelle Leib und Leben sind er und Winter vor Anfeindungen nicht sicher.
Alex Beer beschreibt die Armut dazumals geradezu schmerzhaft greifbar. Die armen Ziegelfabriksarbeiter die mehr im Jenseits zu sein scheinen als im Diesseits... Dann wieder das ausschweifende Leben der Theatermenschen, die Geld für Essen rausschmeissen um den Überfluss zu fröhnen.
Alex Beer spannt in geübter Form die Fäden zwischen beiden Welten und zieht sie immer fester zueinander. Die der Armen die Hilfe benötigen und die der reichen Gönner, die gewillt sind etwas Geld zu sammeln um die Menschen am Leben zu erhalten.
Wer tötet diese Wohltäter und vor allem warum?
Ich bin eigentlich nicht so ein Freund von Kriegs- oder Nachkriegsgeschichten, da ich ziemlich nah am Wasser gebaut bin, ich mich gerne mitreißen lasse und auch sehr emotional auf alles wirke. Dennoch erfährt man eine besondere Wärme des Zusammenhalts der Menschen die gerade einen Krieg hinter sich gebracht haben. Das Überleben eines solchen Umstandes scheint die Menschen (arm wie reich) zusammenzuschweißen. So gesehen ein kleiner Lichtblick in der schwarz-weißen Monotonie dieser Zeit.
Was ihr nicht seht von Nuala Ellwood
Ehrlich gesagt ist dieser so called Psychothriller not my cup of tea.
Man erfährt von Kates Leben als Kriegsjournalistin, sie reist praktische dem Leid hinterher - Irak, Afganistan und schließlich Syrien - nur um sich nicht den Leid ihrer eigenen Familie zu stellen. Da werden gleich mal Stereotypen bezüglich Engländer den armen syrischen Jungen erzählt, bei dessen Familie sie in Syrien lebt - welcher glücklicherweise Englisch spricht. Die Engländer wissen praktisch nicht was Probleme sind und regen sich über alles und jeden auf und sind griesgrämig (erzählt sie ihm mehrmals!). Meiner Meinung nach alles etwas dünn aufgebaut, da ich bezweifle, dass man wirklich als ausländischer Kriegsreporter einfach bei Zivilisten unterkommt. Normalerweise wird für Journalisten ein ganzes Hotel gemietet oder eine Area die absolut abgeriegelt ist mit Wachpersonal, sodass man immer weiß, wo sie sich aufhalten. Weiters sollte sie zumindest einen Secuity-Mann und einen Dolmetsch zur Seite haben. In einen Krankenhaus lernt sie ein kleines Mädchen kennen, deren Beine durch eine Bombe zerfetzt wurden. Die Kauterisierung erfolgte ohne Schmerzmittel, da sie nur wenige hatten. Sie schenkt den Arzt der netterweise für sie dolmetscht ein paar billige Paracetamol und er sieht sie an, als ob sie ihm ein Heilmittel gegen Krebs gegeben hätte. Oh na bitte, sind ja doch nicht alle Engländer griesgrämig, es gibt auch ein paar gönnerhafte Auslandsreporterinnen, die mit dem Krieg richtig Geld in die Kassen bringen und dann mit fünf Paracetamol ihr Gewissen beruhigen wollen.
Sorry, aber das hat mich an Kate wirklich geärgert und der erste Teil des Buches sehen wir alles aus Kates Sicht. Ihre Flashbacks mit Syrien und den kleinen Jungen Nidal für den sie schon fast mütterliche Gefühle hat und die Flashbacks ihrer Kindheit mit einen Alkoholiker Vater der ihre Mutter schlägt. Abwechselnd erfährt man in den Kapiteln die Gegenwart (in der sie in Polizeigewahrsam ist) und die Vergangenheit, in der sie sich nicht mit ihrer alkoholkranken Schwester Sally und deren Ehemann Paul auseinandersetzten will. Allerdings muss sie das, da ihre geliebte Mutter gestorben ist und sie sich jetzt um deren Haus kümmert. In dem Nachbarhaus geht allerdings seltsames vor. Fida eine Irakerin bestreitet einen Sohn zu haben, doch Kate sieht abends immer einen Jungen herumschleichen. Wer ist dieser Junge? Existiert er überhaupt oder ist es nur Kates Einbildung. Sie hat ihren kleinen Bruder David tragischerweise verloren und sieht sie deshalb überall sein Ebenbild?
Der zweite Teil ist über Sally (Kates Schwester) und man gelangt bis zur Seite 260 und fragt sich, dies ist ein Psychothriller und sicher kein Roman? Man erfährt die gleichen Rückblenden des alkoholkranken Vaters aus Sallys Sichtweise, was zugegeben eine etwas andere, aber dennoch die gleichen Rückblenden sind...
Ich konnte mich mit den Teil der Schwester Kates irgendwie mehr anfreunden, auch wenn sie wirklich keine besonders nette Person ist, so gewinnt das ganze dann doch etwas an Fahrt. Bei den letzten hundert Seiten (der insgesamt ca. 410) konnte ich das Buch dann echt nicht mehr aus der Hand legen. Der zweite Teil hat mich dann etwas für den ersten Teil entschädigt.
*PR-Sample
Sonntag, 25. Februar 2018
{Gelesen} Der zweite Reiter von Alex Beer
Alex Beer ist eine österreichische Autorin und dies ist der erste Fall von August Emmerich. Das ganze ist wirklich toll recherchiert und man erkennt als Wiener sofort alle Plätze wieder.
August Emmerich ist ein Kriegsheimkehrer. Eine Kriegsverletzung im Bein macht ihm zwar zu schaffen, aber dennoch ist er sofort bereit den Fall eines angeblichen Selbstmordes aufzuklären. Als er nache dem Lainzer Tiergarten einen toten Soldaten findet, ist er sofort sicher, dass es sich hier nicht um einen Selbstmord handelt. Wie soll sich der Kriegszitterer den selbst gerichtet haben?
Für seinen Chef ist der Fall nicht wichtig, denn Emmerich soll einen Schmugglerring aufdecken und sich nicht mit den Fall eines obdachlosen Toten rumschlagen.
Der Tote träumte von einem besseren Leben in Brasilien. Viele haben nach dem ersten Weltkrieg von diesem besseren Leben geträumt. Dadurch gab es auch viele Argenturen die dies ermöglichten. Dummerweise gab es auch schwarze Schafe, die nur daran interessiert waren, dass Geld ihrer Klienten zu nehmen...
Emmerich muss bald auch um sein Leben fürchten, welches ohnehin nicht so sonderlich gut verläuft. Nachdem er die Liebe bei einer Kriegswitwe gefunden hat, muss er bald seine neue kleine Familie verlassen, da der tot geglaubte Soldat doch heimkehrt.
Das Nachkriegsleben ist sehr sehr gut beschrieben. Damals konnte man nicht in ein besseres Land flüchten, so wie es heutzutage geht. Auch Brasilien nahm einen nur, wenn man einen Job hatte und hart arbeiten konnte. Der Hunger ist allgegenwärtig und kaum einer der einem da raus hilft. Wärme im Winter war auch kostspielig und viele Frauen hatten nur noch die Chance, mittels ihres Körpers an Geld und Essen zu kommen. Man wird geradezu von der Trostlosigkeit und Aussichtslosigkeit hineingezogen. Nichts für Winterdepressionen...dann doch lieber im sonnigen Sommer lesen ;)
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